NETZWERK ZUKUNFT SCHWEIZ – Editorial 3/2018

NETZWERK ZUKUNFT SCHWEIZ – Editorial 3/2018

Liebe Leserinnen und Leser,
am 27. November dieses Jahres findet in Bern der zweite Netzwerkanlass des Netzwerkes Zukunft Schweiz statt. Das Netzwerk selber und die jährlich geplanten Netzwerkanlässe sind zwei besondere Produktlinien der Schweizerischen Vereinigung für Zukunftsforschung swissfuture. Was das Besondere ist, können Sie im Artikel «Was will das Netzwerk Zukunft Schweiz» von Georges T. Roos nachlesen.

Mit diesem Magazin für Zukunftsmonitoring halten Sie, liebe Leserinnen und Leser, das dritte besondere Produkt in der Hand, das dem Netzwerk der Zukunftsforschung in der Schweiz von swissfuture zur Verfügung steht. Die Redaktion um Francis Müller hat sich vorgenommen, einige herausragende Beispiele von Studien, Visionen und Projektionen zur Zukunft in der Schweiz, die auf der Plattform «Netzwerk Zukunft Schweiz» aufgeschaltet sind, auszuwählen und im Magazin beispielhaft vorzustellen. Das vorliegende Magazin ist deshalb auch als Motivationsschub für potentielle Netzwerkuserinnen und -user gedacht. Sie, liebe Leserinnen und Leser, stellen dieses Potenzial dar.

Die Digitalisierung beschäftigt die Schweiz. Mit dem Beitrag «Szenarien für die digitale Schweiz» geben Erich Herzog und Roger Wehrli vier Denkanstösse, wie sich die Digitalisierung in der Schweiz von morgen auswirken bzw. wohin sich die da- hintersteckenden Technologien von morgen in der digitalen Schweiz entwickeln könnten. Der Verfasser dieses Editorials wünscht sich, dass sich in der Digitalisierung das Denkbare am Machbaren und Wünschbaren ausrichtet.

Die These, dass das Gesundheitswesen in der Schweiz in einer tiefgreifenden Transformation begriffen ist, ist heute Allgemeingut. Nicht Allgemeingut sind die Antworten auf die Herausforderungen dieser Transformation sowie die von den Akteuren im Gesundheitssystem Schweiz angestrebten Lösungsansätze. Yamin Gröninger geht in ihrem Beitrag «Kaste für Kranke oder Partner für Gesundheit? Chancen für das Schweizer Gesundheitssystem» diesen Lösungsansätzen nach. Sie sieht deren Chancen für das Schweizer Gesundheitssystem und zeigt auf, wie die Krankenversicherer und Leistungserbringer intelligente Kooperationen ein- gehen, Innovationen entwickeln und stärker auf die Grundbedürfnisse der Leistungsempfänger eingehen könnten und sollten. Es ist zu hoffen, dass Sie, liebe Leserinnen und Leser, von der Weiterentwicklung des Gesundheitssystems direkt profitieren werden.

Einen wesentlichen Faktor in der Weiterentwicklung des Gesundheitswesens in der Schweiz bilden die Finanzen. Die stark steigenden Gesundheitsausgaben stellen für die öffentliche Hand eine zentrale Herausforderung dar. Thomas Brändle und Carsten Colombier berichten in ihrem Beitrag «Zunehmender Druck der Alterung via Gesundheitsausgaben auf die öffentlichen Finanzen» über die Ausgabenprojektionen für das Gesundheitswesen im Rahmen der Langfristperspektiven der öffentlichen Finanzen, die von der Eidgenössischen Finanzverwaltung zur Sensibilisierung von Politik und Gesellschaft einerseits und zur Versachlichung der Diskussion anderseits regelmässig erstellt werden. Mit der neuen Plattform Netzwerk Zukunft Schweiz kann die Absicht zur Sensibilisierung und Versachlichung der Gesundheitspolitik unterstützt und in einen weiteren Kontext gestellt werden. Das bietet einen echten Mehrwert für die Akteure und Profiteure im Gesundheitsmarkt Schweiz.

Einen speziellen Beitrag können Sie, liebe Leserinnen und Leser, sich mit dem Artikel «Bodensee 2030 – ein Blick in die Zukunft der Region» zu Gemüte führen. Speziell deshalb, weil der Beitrag von Roland Scherer sich nicht auf die Schweiz als Ganzes, sondern auf einen speziellen Teil der Schweiz bezieht, nämlich den länderübergreifenden Grenzraum der angrenzenden und mit dem Bodensee verbundenen Länder und Kantone. Entscheidend für die Eingabe auf der Plattform Netzwerk Zukunft Schweiz ist der Blick in die Zukunft! Das macht dieser Artikel, indem er den Herausforderungen nachgeht, denen sich die Region zu stellen hat, um auch zukünftig im Wettbewerb um Standortattraktivität bestehen zu können. Der Blick in die Zukunft, den der Artikelverfasser unternimmt, ist inhaltlich und methodisch auch für andere Regionen beispielhaft.

Georges T. Roos, Vorstandsmitglied von swissfuture und freischaffender Zukunftsforscher, beleuchtet in seinem Beitrag «Megatrends und Herausforderungen für die Schweiz» jene Phänomene, denen sich die Schweiz und nicht nur die Schweiz zu stellen hat. Einen besonderen Fokus richtet der Autor dabei auf jene drei Megatrends, die er als «embryonal» bezeichnet, weil sie – so die These – bereits in den nächsten 20 Jahren eine disruptive Wirkung entfalten werden. Megatrends – wie sie die Zukunftsforschung versteht – sind epochal, global und ubiquitär wirkend.

Wer Statistiken liebt, der kann sich in die neuen Szenarien des Bundesamtes für Statistik (BFS) für das Bildungssystem Schweiz, betitelt «Szenarien 2016–2025 für die Lehrkräfte der obligatorischen Schule», vertiefen. Die nach Kanton aufgeschlüsselten Ergebnisse zeigen die systemischen kantonalen Unterschiede auf. Das aufgearbeitete Zahlenmaterial bestätigt, dass auch im Bildungssystem kein Kanton dem anderen gleicht: 26 kantonale Subsysteme bilden das schweizerische Gesamtsystem.

2050 werden die Rahmenbedingungen für den Pflanzenbau in der Schweiz nicht wiederzuerkennen sein. Roland Kölliker, Alain Gaume, Andreas Hund, Michael Winzeler und Arthur Eisele stellen in ihrem Beitrag «Eine Vision für den Schweizer Pflanzenbau im Jahre 2050» die Erkenntnisse einer Studie der Gesellschaft für Pflanzenwissenschaften (SGPW) vor. Sie zeigen ihre Vorstellungen darüber auf, was es braucht, um einen zukunftsfähigen Pflanzenbau zu ermöglichen.

In diesem Magazin werden beispielhafte Instrumente der Zukunftsforschung vor-gestellt. Sie stehen für die Vielfalt der methodischen und thematischen Ansätze der Zukunftsforschung. Als Mitglied der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften SAGW sind wir stolz, bereits ein Jahr nach dem Initialanlass 2017 die erste Aufbauphase der Plattform, die von der SAGW gefördert und finanziell unterstützt wird, abschliessen zu können. Swissfuture hofft, mit der Plattform-Initiative den Arbeiten der Zukunftsforschung in der Schweiz eine «neue Heimat» bieten zu können und diese «sichtbarer» zu machen. Geneigte Leserinnen und Leser, nutzen Sie die Chancen des Netzwerkes Zukunft Schweiz.

Die Vereinigung für Zukunftsforschung swissfuture wird 2020 ihr 50. Jahresjubiläum feiern. Mit der Wahl der neuen Vorstandsmitglieder wagt sie den Aufbruch zu neuen Ufern und bereitet den Start in die nächste Jahrhundert-Hälfte ihres Lebens vor. Mit Ihrem Engagement im Netzwerk Zukunft Schweiz unterstützen Sie swissfuture in ihrer Arbeit, die Zukunftsforschung mit Leben zu füllen.

Ich wünsche Ihnen eine Lektüre voller Inspiration und Unterhaltung!
Cla Semadeni, Präsident swissfuture

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