EVENTKULTUR 04/13 Editorial

untitledLiebe Leserinnen und Leser
Der Text, den Sie jetzt lesen, dürfte eigentlich gar nicht existieren; «eigentlich» meint, wenn die Studierenden von Style&Design der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) ihr Konzept noch radikaler umgesetzt hätten. Zum siebten Mal machen Studierende von Style&Design die vierte Ausgabe unseres Magazins. Diesmal mit dem Anspruch, ein Magazin ganz ohne Text – nur mit Fotografien und Illustrationen – zu machen, was im Kontext der Zukunftsforschung gewagt und mutig ist. Dieses Konzept soll die «Lektüre» des Magazins zu einem «Kulturevent» machen. Fast so – nämlich «Eventkultur» – lautet  das Thema des vorliegenden Heftes. Wir verstehen darunter temporäre Formen der Vergemeinschaftung, die ausseralltägliche Erfahrung und exklusive Zugehörigkeiten ermöglichen. «Eventisierung des Festlichen und Verszenung der Gesellschaft» (Winfried Gebhardt) sind die Schlagworte, mit denen die Omnipräsenz von Events zu charakterisieren versucht wird.
Welche Funktion werden Events in der Zukunft haben? Weil jede Reflexion über mögliche Zukünfte im Hier und Jetzt gründet, basiert dieses Magazin auf einer ethnografischen Feldforschung. Die Studierenden haben verschiedene Events besucht, sie haben die Menschen fotografiert, Orte und die Handlungen beobachtet. Die Events wurden natürlich nicht zufällig ausgewählt, sondern aufgrund ihres Zukunftspotenzials. Was heute Mainstream ist, hat oftmals in subkulturellen Szenen angefangen – so etwa die Zürcher Street Parade. Nach diesem Kriterium verlief die Selektion. Die Studierenden untersuchten und dokumentierten subkulturelle Lebenswelten, die sie teils kannten, die ihnen teils neu und fremd waren.
Wenn Sie durchblättern, sehen Sie Fotos von den besuchten Events im Magazin. Diese Deskriptionen sind die Grundlage für die Konstruktion zukünftiger Events, zu denen Sie über die im Heft plazierten «QR-Codes» gelangen können. Für diejenigen, die das nicht kennen: QR-Codes lassen sich mit einer Smartphone-Kamera «lesen» (man braucht lediglich die entsprechende Applikation herunterzuladen) – und als Folge landet man auf einer Internet-Seite, wo sich das Szenario – in herkömmlicher Textform übrigens – befindet. So werden Bild und Text, ein gedrucktes Magazin und eine Online-Version, miteinander verschränkt. Und so funktioniert heutige Kommunikation im konvergenten On- und Offline-Leben, insbesondere auch Event-Kommunikation. Da dieser Text eigentlich nicht existiert, soll er nun zu Ende kommen. Machen Sie sich selbst kundig – off- und online.
Basil Rogger und Francis Müller

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