AKTIVISMUS – Editorial 4/2017

AKTIVISMUS – Editorial 4/2017

Liebe Leserinnen und Leser,
einmal mehr haben Studierende von Style&Design der Zürcher Hochschule der Künste die vierte Ausgabe unseres Magazins inhaltlich und gestalterisch konzipiert und produziert. Das Thema lautet: Aktivismus. Damit sind Aktivitäten gemeint, mit denen eine Minderheit auf bestimmte politische Probleme oder gesellschaftliche Schieflagen reagiert – und zwar ohne parteipolitisches Engagement. Der Aktivismus muss nicht nur auf politische Ereignisse reagieren, sondern kann auch – ganz pragmatisch – als kulturelle Mikropraxis die Situation einer betroffenen Gruppe verbessern.
Als die Studierenden über den Aktivismus der Zukunft nachdachten, folgten sie teils einem deduktiven Weg und fragten sich, was die Probleme von übermorgen sein könnten: Es war von Drohnen, Datenkraken, sexueller Ausbeutung von Robotern, Klimawandel, Weltabwendung, Verbotsexzessen etc. die Rede. Ein anderer Ansatz war induktiv und fragte, wie subversive Strategien der Zukunft aussehen könnten – und erst im zweiten Schritt, auf welche Probleme sie reagieren könnten.
Die erarbeiteten Strategien bestehen unter anderem darin, die Grammatik der Alltagswelt von übermorgen zu stören. Das kann offensiv geschehen – etwa durch den Bausatz einer anachronistischen Steinschleuder, mit der man lästige Drohnen von sich fern hält. Oder es kann sehr subtil geschehen, indem Zeichen nicht zerstört, sondern verfremdet werden, was der französische Philosoph Roland Barthes als Subversion bezeichnete. Das vorliegende Magazin ist eine phänomenologische Sammlung solcher aktivistischer Strategien. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Entschlüsseln und Entdecken.
Francis Müller

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