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Freitag, 03. September 2010








Hoffnung – Magazin für Zukunftsmonitoring 01/2010

Editorial von Dr. Andreas M. Walker, Co-Präsident swissfuture und Francis Müller, Redaktor swissfuture:

Schlechte Nachrichten, Tag für Tag: Die bad news über Wirtschaftskrisen, Naturkatastrophen, Bankenpleiten, Pandemien, Terrordrohungen und Kindsmissbrauch verunsichern. Der Ausgang der Krisen ist ungewiss. Wir erfahren Irritation und Kontingenz. «Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch», schreibt Hölderlin. Ist die Hoffnung das Rettende? – Durchaus.Weil die Hoffnung personale, soziale und auch ökonomische Ressourcen freisetzt, kann sie zur self-fulfilling prophecy werden.

Was aber ist Hoffnung? Der Sozialpsychologe Ezra Stotland definiert Hoffnung als die Erwartung eines Ziels, die grösser als Null ist. Die Definition zeigt zweierlei: Erstens ist die Zukunft der Hoffnung inhärent, weil Hoffnung sich in einer temporalisierten Dimension bewegt: Sie richtet sich in eine Zukunft, deren Ungewissheit sie reduziert. Hoffnung setzt Reflexion über die Zeitlichkeit des Seins voraus. Zweitens ist Hoffnung intentional. Man kann nicht einfach so hoffen, sondern man hofft immer etwas Bestimmtes.

In unserer Pilotstudie zum Jahreswechsel 2009/2010 wird dieses etwas Bestimmte der Hoffnung in der Schweiz empirisch untersucht. Mittels einer Internet-Umfrage, an der über 2‘700 Personen teilgenommen haben, untersuchen wir, auf welche Felder sich Hoffnungen – und somit auch Zukunftserwartungen – beziehen. Wer sind die bedeutendsten Hoffnungsträger und in welchen Feldern sind sie angesiedelt? In der Wirtschaft, der Politik oder der Religion? Welches sind die Grundlagen unserer Hoffnungen und wie gehen wir mit Enttäuschungen um? Gibt es dabei spezifische Unterschiede? Zwischen den Geschlechtern? Ist Hoffnung abhängig von Alter, Bildungsniveau oder Einkommen?

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Resultate des Forschungsberichtes steht im Zentrum dieses Bulletins. Sie wird ergänzt durch Interviews mit Persönlichkeiten zum Thema Hoffnung und durch eine quantitative Häufigkeitsanalyse der Hoffnung in Printmedien. So sollen theoretische und analytische Grundlagen für Folgestudien zur Hoffnungsforschung geschaffen und sinnvolle Auswertungsmöglichkeiten getestet werden. Die Realisierung wurde dank der Unterstützung durch die Schweizerische Akademie der Sozial- und Geisteswissenschaften (Bern), die Stiftung für Bildung und Forschung (Zürich) und weiterdenken.ch – your partner for future, hope & responsibility (Basel) ermöglicht.



Transhumanismus - Magazin für Zukunftsmonitoring 02/2009

Editorial von Dr. Andreas M. Walker, Co-Präsident swissfuture und Francis Müller, Redaktor swissfuture:

Bevor vor ungefähr 600'000 Jahren im heutigen Südafrika erstmals ein Faustkeil benutzt wurde, wäre dieser transhumanistisch gewesen, vorausgesetzt natürlich, diese Semantik hätte damals schon existiert. Auch Brillen, Prothesen, Implantate, Schönheits- und andere Operationen waren allesamt transhumanistische Phantasien, bevor sie erfunden und schliesslich in der Alltagswelt Einzug gehalten haben. Was früher undenkbar war, ist heute selbstverständlich. Was als transhumanistisch beschrieben wird, ist also abhängig vom gegenwärtig Möglichen, es ist eine relative Kategorie, keine absolute. Der Transhumanismus ist somit immer dort, wo wir (noch) nicht sind, und diese Horizonte verschieben sich mit jedem neuen technischen Fortschritt. Es geht beim Transhumanismus um Grenzen und Grenzüberschreitungen, was auch ethische Fragen aufwirft: Haben wir überhaupt das Recht, uns selbst zu optimieren? Wer bestimmt die Kategorien, nach denen diese Optimierung stattfindet?

Transhumanisten haben in den vergangenen Jahrzehnten oftmals technisch geprägte Erlösungsutopien hinter diese Grenze des Möglichen projiziert. Dank neuen Techniken befinde der Mensch sich vor einem evolutionären Umbruch, prophezeiten die Transhumanisten. Er werde über sich heraus wachsen – bis hin zur Unsterblichkeit. Der Zukunftsforscher Karl-Heinz Steinmüller begegnet diesem Enthusiasmus mit Skepsis. Der Homo Sapiens entwickle sich biologisch zwar schneller als je zuvor, so Steinmüller, aber niemals in dem Tempo wie die Technologie.
 
Zugleich sind einige transhumanistische Phantasien von der Ökonomie überholt worden, von einem Markt, der stets Neues sucht, es vermarktet und demokratisiert. Die Autorin Miriam Ji Sun sieht die Transhumanisten als Vermittler in einem dualistisch gebauten Feld, das einerseits von technisch orientierten Fortschrittsgläubigen und von Skeptikern andererseits beherrscht wird.
 
Auch eine virtuelle Webseite für die Mitglieder von swissfuture wäre vor zehn Jahren noch eine transhumanistische Phantasie gewesen. Jetzt gibt es diese Seite. Wir haben sie für unsere Mitglieder auf der Webseite Xing.com aufgeschaltet. Damit können wir aktuelle Bezüge herstellen, auf Studien verweisen, diese kommentieren und diskutieren. Wir wünschen Ihnen eine intellektuell anregende Lektüre dieses Bulletins und freuen uns auf einen regen Austausch auf www.xing.com/net/swissfuture.


Die Zukunft der Kriminalität - Magazin für Zukunftsmonitoring 01/2009

Aus dem Editorial von Dr. Andreas M. Walker, Vorstandsmitglied swissfuture und Francis Müller, Redaktor swissfuture:

Wer über die Zukunft der Kriminalität nachdenkt, wird mit der Frage konfrontiert, ob kriminelles Verhalten universell oder kulturell determiniert ist. Gibt es eine spezifische Kriminalität der Zukunft oder ändern sich einfach die Umstände? Mord zum Beispiel wird in fast allen Zeiten und Gesellschaften sanktioniert. Diebstahl hingegen kann nur dann ein Delikt sein, wenn die Gesellschaft das Eigentum kennt. 

Es ist erstaunlich, wie viele Science-fiction-Filme einfach unsere Vorstellungen der Kriminalität in die Zukunft projizieren, neue Spielarten der Delinquenz tauchen aber selten auf. Waffen und Transportmittel sind futuristisch – oder geradezu archaisch magisch. Der Kampf des Guten gegen das Böse wird im Cyberspace oder im Weltall geführt, Täter und Diebesbeute sind extraterrestrisch, die Delikte aber bleiben meistens identisch – wie übrigens auch die Motive und die sozialen Typen der Täter.
 
Wir denken in diesem Swissfuture-Bulletin über neue Tätertypen nach: Könnten aufgrund des soziodemografischen Wandels und Wohlstandsabbaus Senioren als neue Tätergruppe auftauchen? Welches werden zukünftige Motive der Täter sein? Handeln sie rational, wie es der Autor Valentin Landmann vertritt? Lässt sich das Problem also zukünftig über Anreize lösen? Oder hat der Täter eine neurologische Prädisposition, wie es der Forensiker Hans Markowitsch in seinem Beitrag darstellt?
  
Unsere Suche nach Autoren hat uns gezeigt, dass wir erst am Anfang der Fragen nach der Kriminalität der Zukunft stehen. Police Futurists International oder der Schweizerische Polizeiinformatikkongress thematisieren, dass neue, zukunftsorientierte Konzepte innerer Sicherheit nötig werden – wir sind neugierig, wie die Zukunft aussehen wird.


KÖRPERWANDEL - Magazin für Zukunftsmonitoring 04/2008

Aus dem Editorial von Francis Müller, Redaktor und Basil Rogger, Studienschwerpunktsleitug Style & Desgin an der HGKZ, Vorstandsmitglied swissfuture:

Bereits zum vierten Mal haben wir dieses Swissfuture-Bulletin mit Studierenden der Zürcher Hochschule der Künste aus dem Studienschwerpunkt Style & Design realisiert. Wir behandeln den Körper aus verschiedenen Perspektiven. Eine Studentin erstellt etwa einen transkulturellen Vergleich der Körperverständnisse von Jugendlichen in Zürich und Belgrad – was zur Erkenntnis führt, dass andere Gesellschaften andere Körperverständnisse und so auch andere Körper produzieren. Wir behandeln die Körperkunst, Körperinszenierung, Körperprothesen, Körperhygiene, den Anfang des Körpers und sein Ende – sowie den Transhumanismus, der dem Ende des Körpers ein Ende bereiten will.

In den Redaktionsgesprächen tauchte immer wieder die Frage auf, ob man zwischen einem natürlichen und einem kulturellen Körper unterscheiden kann. Es ist gar nicht so eindeutig, was ein natürlicher Körper ist: Haben Mitglieder von Stammesgesellschaften natürliche Körper? Kaum, diese Körper sind kulturell sublimiert, die soziale Identität – Status, Rang – ist oftmals in sie eingebrannt oder eingeritzt. Der natürliche Körper ist eine Semantik, die denkhistorisch auf Jean-Jacques Rousseau zurückgeht. Wir kultivieren den Körper bereits, so eine andere Studentin in ihrem Beitrag, indem wir uns die Haare oder die Nägel schneiden.
 
Die Grenzen, innerhalb derer wir unseren Körper modellieren können, sind weit gesteckt – und ermöglichen ein Spiel mit sozialen Rollen. Die Individualisierung nimmt so physische Gestalt an. Wir formen den Körper innerhalb unserer ökonomischen Möglichkeiten, wobei dies selbstreferenziell geschieht: Wir können nur das auswählen, was bereits vorhanden ist, wobei die Möglichkeiten zunehmen. Wer hätte vor dreissig Jahren geglaubt, dass die subkulturelle Tätowierung einmal ein vermarktbares Kunstwerk sein wird? Und was ist das heute Undenkbare? Ist es das, was passieren würde, wenn die Thesen der Kryoniker oder der Transhumanisten eines Tages eintreffen sollten? Körperverständnis und Körper wären nicht mehr dieselben. Die Welt wäre nicht mehr dieselbe.


DORF - Magazin für Zukunftsmonitoring 03/2008

Aus dem Editorial von Francis Müller, Redaktor swissfuture:

Das Dorf gilt gelegentlich als Sinnbild der nationalen Identität. Es steht für Selbstbestimmung, föderalistische Strukturen und deine ländliche, authentische Schweiz. Wird das Dorf im Zuge der Urbanisierung zum Auslaufmodell? Einige Indikatoren sprechen dafür. In den Sozialwissenschaften zumindest hält sich das Interesse am Dorf in Grenzen. Die in den letzten Jahren erschienenen Studien zum Stadt-Land-Verhältnis fokussieren meist urbane Zentren und Agglomerationen und selten die ländliche Schweiz.

Wir beobachten in diesem swissfuture-Bulletin das Dorf aus tourismusspezifischen, ökonomischen, politischen und medientheoretischen Perspektiven. Der hermetisch geschlossene Mikrokosmos, als der das Dorf gelegentlich dargestellt wird, entlarvt sich bei historischer Betrachtung gelegentlich als Mythos.

Das Dorf ist nach wie vor noch eine segmentäre Einheit, zugleich ist es soziokulturell mit Städten und medial mit dem World Wide Web verbunden. Man lebt physisch im Dorf und ist virtuell woanders. Der Medientheoretiker Gundolf Freyermuth beschreibt dieses Phänomen als arbiträre Globalisierung. Zugleich wird das Dorf mit neuen Werte- und Messkategorien konfrontiert; im Zuge der Liberalisierung wird es als ökonomische Einheit beschrieben. In der publizierten Studie über die Surselva-Region wird in "Boom-", "Trend-" und "Schrumpfgemeinden" unterschieden. Das führt zur Frage: Gibt es ein Recht auf einen Breitband-Anschluss in einer "Schrumpfgemeinde" im hintersten Graubündner-Tal? Was ist uns die Erhaltung des Dorfes wert? Es sind zentrale Fragen der gegenwärtigen und zukünftigen Politik.



ALPTRÄUME UND VISIONEN, SCHWEIZER KULTURPOLITIK 2028 - Magazin 02/2008

 Aus dem Editorial von Basil Rogger, Vorstandsmitglied swissfuture und Pius Knüsel, Mitglied der Programmgruppe Forum Kultur und Ökonomie:

Seit der europäischen Aufklärung dient die Kunst der Selbstverwirklichung des Individuums. Daher nimmt sie für sich in Anspruch, sich in einer eigenen Wertsphäre zu bewegen, losgelöst von ökonomischen Zwängen. Im Zuge der globalen Ökonomisierung wird Kultur - nicht erstmals, aber zusehends - ökonomischen Kriterien unterworfen: Sie wird vermarktet, gefördert, gesponsert und auf ihre Wirkung und Wertschöpfung hin untersucht.

Dieses swissfuture-Magazin macht die Bedeutungsverschiebungen in diesem komplexen Verhältnis von Kultur und Ökonomie zum Thema. Das Heft entspringt der Zusammenarbeit von swissfuture mit dem Forum Kultur und Ökonomie (FKÖ). Das FKÖ will das Wissen über die Wechselwirkung zwischen wirtschaftlichen und politischen Dimensionen im Kulturbereich verteifen und die Rahmenbedingungen für eine kontinuierliche Finanzierung kultureller Einrichtungen durch die öffentliche Hand und Private verbessern.



MOBILITÄT - Magazin für Zukunftsmonitoring 01/2008

Aus dem Editorial von Francis Müller, Redaktor swissfuture:

"Ich glaube an das Pferd", sagte der deutsche Kaiser Wilhelm ll. gegen Ende des 19. Jahrhunderts, das Automobil sei nur eine vorübergehende Erscheinung.

Wir fragen uns: Wie wird die Mobilität in Zukunft aussehen? Welche Rolle spielen dabei Technologien? Ist das Bereitstellen einer Mobilitätsinfrastruktur eine Staatsaufgabe oder wird der Markt die Innovationen entwickeln, die das Problem lösen? Wir versuchen in diesem Bulletin politische, ökonomische, soziale, kaufkraftspezifische, raumplanerische, verkehrstechnologische und kulturelle Facetten der Mobilität zu beleuchten.

Kaiser Wilhelm ll. konnte sich eine Welt ohne Pferde schlichtweg nicht denken. Was ist die äquivalente, zukünftige Mobilität, die wir uns heute nicht vorstellen können?

 




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